Das ist "Funny", unsere Continental- Bulldogge.

 

 

Am unteren Ende dieser Seite können Sie noch etwas über Voraussetzungen erfahren, die ein Hund im Einsatz als Diensthund in Wohngruppen etc. mitbringen sollte.

 

 

Bei "Continental Bulldogs" handelt es sich beim Züchten darum, den Hunden die Krankheitsmerkmale und Gendefekte- so wie sie "Old english bulldogs" oder "French Bulldogs" oft haben, verlieren zu lassen. Die Tiere sind gesund, aufmerksam, freundlich, generell sehr menschenbezogen und sehr anhänglich. "Funny" ist Mitte Mai 2010 geboren worden und war ab September 2010 in der Wohngruppe fest dabei.

Den Hund haben wir im Alter von 13 1/2 Wochen aus der Zucht unserer Nachbarn als Familien- und Begleithund übernommen. Ich hatte das von vornherein mit dem Vorhaben verknüpft, ihn zur Arbeit mit jungen Leuten einzusetzen, was das Tier ebenfalls in Hinsicht auf seine menschenbezogene Sozialisation voranbrachte, auf die wir sorgfältig geachtet haben.

"Funny" ist von klein auf gewohnt, überall angefaßt zu werden. So hat er gelernt, sämtliche Berührungen nicht als Bedrohungen aufzufassen. Er bekommt täglich Auslauf (auch, damit die Krallen schön abgelaufen sind), ist geimpft, wird regelmäßig entwurmt, täglich gekämmt und bekommt auch hin und wieder ein Bad spendiert. Das Kämmen läßt er sich sehr gerne gefallen und das Baden findet er angenehm, wenn er das körperwarme Wasser spürt.

 

 

Funny im Sprung.

 

Tiere hegen keine Täuschungsabsichten, so wie es Menschen oft tun und so hilft "Funny" uns dabei mit, Befürchtungen, Angst und Mißtrauen gar nicht erst entstehen zu lassen. Morgenmuffel können von diesem Hund lernen, wie schön es ist, lebendig zu sein. Klienten erleben unvoreingenomme Annahme und Momente der Freude, die lange im Gedächtnis bleiben.

Wenn Sie selbst einen Hund haben, wissen Sie, wie leicht man durch ihn mit Menschen und auch mit sich selbst in Kontakt kommen kann. Kennenlernphasen und Erstkontaktphasen können so bedeutend abgekürzt bzw. ausgedehnt werden. Er sorgt für Ausgleich und Entspannung, auch im Privaten.

Bei der Arbeit wie auch zuhause benötigt er lediglich einen halben Quadratmeter Rückzugsraum, wo er zwischendurch schlafen kann. Er geht dann in seine Klapp- Höhle, die ich an der Dienststelle und auf Reisen dabeihabe. Auch Tiere brauchen Sicherheit und Kohärenz.

Funny beschäftigt sich mit einem Seilknoten.

 

Unser Hund ist sehr freundlich zu jedermann und begrüßt neue und alte Bekannte neugierig und freudig. Im allgemeinen Umgang verhält er sich sehr ruhig und freut sich über jedermann. Mit Kindern geht "Funny" unglaublich sanft um. Wenn er anderen- nicht immer freundlichen Hunden- begegnet, zieht er sich lieber zurück, anstatt in die Offensive zu gehen.

Oft werden wir von Leuten angesprochen, was für eine Sorte Hund das sei . Manche Menschen denken auch, er sei ein Kampfhund, weil er eine recht massive Statur hat. Auch wegen des ruhigen Wesen des Hundes wird sein Alter oft überschätzt. Bulldoggen stehen auf keiner Liste für Kampfhunde und sind - so wie ich- überaus friedfertig. Seine ausgepägte Mimik und daß man ihm seinen Schweif nicht weggezüchtet hat, macht es leicht, mit ihm umzugehen und ihn zu lesen. Dazu verfügt er über eine erstaunliche Modulation an Lauten, ist aber kein Kläffer.

 

Freude und Entspannung. Man sieht einen Teil seines mimischen Repertoires.

 

Zuhause schläft er entweder in seiner festen "Höhle" unter der Bank (alle Seiten bis auf ein Einstiegsloch zu, damit er dort völlig ungestört sein kann) oder nachts in seiner Schlafstelle (wohlgemerkt) neben dem Bett. Er versteht alle Grundkommandos und ganze Sätze, kann bereits vieles angemessen differenzieren und generalisieren und folgt freudig. Bulldoggen sind recht beweglich, aber keine Hunde für harte Dauerbelastung und Gewaltmärsche. In ihrer Entwicklung sind sie langsamer als andere Hundearten, aber dafür vielleicht gründlicher. Ich glaube auch- ganz unwissenschaftlich: sie haben Humor. "Funny" hat seinen Namen jedenfalls nicht umsonst bekommen.

Auf offenen Treppen (solche ohne Setzstufe) geht er ohne zu zögern mit und er geht auch über Stahlgitterbeläge mit, unter denen sich tief unten Gruben oder Wasser befindet- ein echter Vertrauensbeweis.

In der Öffentlichkeit, in Cafés und im Straßenverkehr bewegt er sich ruhig und sicher, geht entspannt links an der Leine mit und folgt freudig.

 

 

Auch Hunde müssen kognitiv gefordert werden. Hier ist er ca. fünf Monate alt.

 

 

 

Mit sechs Monaten.

 

 

Als Welpe, ca. 4 Monate jung: Funny konnte von Anfang an viele Eindrücke sammeln.

 

 

 

Wer etwas mehr über diese Tiere wissen möchte:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Continental_Bulldog

 

Hier die Adresse von unseren vormaligen Nachbarn, Familie Beck, wo Funny zur Welt kam: http://rhoenkennel.cms4people.de/

Familie Beck zieht diese Art Hunde und lebt mit ihren Tieren zusammen. Die Hunde können alle hinaus auf ein großes Freigelände.

  

  

                                                                                                                                                  Funny im September 2012.

 

Voraussetzungen zum Einsetzen eines Hundes

Bei den Voraussetzungen zum Einsatz meines Begleithundes in der Wohngruppe habe ich mich an den einleuchtenden Kriterien der Wiener Veterinärmedizischen Universität orientiert.

Es handelt sich bei unserem Tier nicht um einen Therapiehund (weil er die Ausbildung dafür nicht hat, die an der Vet.- Universität und bei Kooperationspartnern erworben werden kann), sondern ausdrücklich um einen Begleithund- wobei wir die Begleithundeprüfung noch gerne machen wollen.

Die unten aufgeführten Kriterien treffen auf meinen Hund bis auf die wenigen fett gesetzten Worte zu und so kann ich "Funny" bedenkenlos einsetzen.

 
 Ich zitiere:

 

"Gütekriterien für die Eignung und Ausbildung von Therapiehunden bzw. -tieren bzw. -teams

 

 
I. Ziele und Vorgaben
1) für unsere Tiere:
  • Ausgezeichneter gesundheitlicher Zustand (Vorlage eines TAT-Gesundheitszeugnisses nicht älter als 6 Monate ist erforderlich)
  • Schmerzfreiheit
  • Guter Pflegezustand
  • Gutmütiges und ruhiges Wesen
  • Das Tier muß frei von Ekto- und Endoparasiten sein, eine regelmässige Entwurmung bzw. Schutzmassnahmen gegen Ektoparasiten ist notwendig
  • Vollständige Impfung
  • Umwelt- und Sozialsicherheit
  • Selbstbewusstsein und Sicherheit in ruhigen Situationen und in Stresssituationen gegenüber PatientInnen und Kinder, gegenüber fremden Menschen im täglichen Leben, gegenüber Tieren der gleichen Art und anderen Tierarten
  • Sicherheit bei Begegnungen, ungewöhnlichen Bewegungsmustern und Geräuschen
  • Enge Bindung an seine/n Menschen
  • Sicherheit bei Geräuschen
  • Sicherheit bei optischen Reizen
  • Freude der Tiere an der Begegnung mit und der Berührung durch Menschen

Darüber hinausgehende speziell erwünschte Eigenschaften eines Therapiehundes:

  • Absolute Menschenfreundlichkeit und Toleranz gegenüber Menschen
  • Optimale Prägung und Sozialisierung von Jugend an in Richtung Kontakt mit Menschen jeden Alters
  • besonders gute Bindung an seine/n BesitzerIn
  • Absolute Toleranz gegenüber anderen Hunden und anderen Tierarten, auch gegenüber gleichgeschlechtlichen Tiere der eigenen Art
  • Gute Unterordnung auf ungefährem BGH 1- Niveau, eine Prüfung ist nicht erforderlich. Der Ausbildungsstand wird beim Einstiegstest kontrolliert.
  • Hohe Belastbarkeit und weitgehende Stressresistenz (gilt für das gesamte Team)
  • Auch in Stresssituationen darf niemals Aggression gezeigt werden.
  • Ängstliche, scheue, unsichere und aggressive Hunde sind nicht geeignet
  • Kette oder Zughalsband ist nicht erlaubt."

 (Wiener Veterinärmedizischen Universität; http://www.tierealstherapie.org/guetekriterien.php)

 

Juli 2011

 

© Thomas Demuth
 

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